03.12.2015

Die Bedeutung der Kinderzahnheilkunde

Gastbeitrag von Dr. Katarina Kuhle in der Fachpublikation "teamwork"


Milchzähne unterscheiden sich von permanenten Zähnen sowohl in der Kariesdiagnostik als auch in der –therapie.

Die Kinderzahnheilkunde etabliert sich immer mehr und ebenso wie bei der Alterszahnheilkunde finde ich eine Spezialisierung sehr sinnvoll. Auch im Studium sollte meiner Meinung nach der Kinderzahnheilkunde mehr Gewicht zugestanden werden. Gerade bei Kindern, bei denen die psychologische Führung während der Behandlung eine große Bedeutung hat, ist Erfahrung enorm wichtig. Die Entscheidung, ob eine konventionelle Behandlung am Stuhl oder doch eine Sedierung beziehungsweise gegebenenfalls sogar eine Vollnarkose notwendig ist, ist oft nicht einfach.

In unsere Praxis werden sehr häufig Kinder überwiesen, an denen schon viel zu lange „herumprobiert“ wurde und deren Kooperation dementsprechend schlecht ist. Der tägliche Umgang mit – auch wenig kooperativen – Kindern bringt Routine mit sich sowohl in der Behandlungssicherheit als auch in der Wahl der Behandlungsmethode. Man sollte Spaß und Freude im Umgang mit Kindern haben, deshalb ist eine Spezialisierung aus meiner Sicht sehr sinnvoll. Auch das medizinische Fachpersonal sollte darauf geschult sein, mit Kindern umzugehen. Um es den kleinen Patienten so angenehm wie möglich zu machen, ist es zudem sinnvoll, die Praxiseinrichtung und -gestaltung ganz auf die Bedürfnisse von Kindern auszurichten.

Da Milchzähne keine kleinen bleibenden Zähne sind, unterscheiden sie sich sowohl in der Kariesdiagnostik als auch in der Kariestherapie grundlegend von denen erwachsener Patienten. Ist ein Milchzahn erst einmal falsch behandelt worden, besteht oft nicht mehr die Möglichkeit, den Zahn zu erhalten. Eine Spezialisierung des Behandlers beugt Fehlentscheidungen in der Milchzahntherapie vor. Deshalb wünsche ich mir mehr spezialisierte Kinderzahnarztpraxen und einen höheren Stellenwert der Kinderzahnheilkunde im großen Feld der Zahnheilkunde. Man sollte sich viel Zeit für die Kinderbehandlung nehmen, damit die Kleinen sanft und schonend behandelt und langfristige Traumatisierungen vermieden werden. Ebenso sollte man die Aufklärung der Eltern in einem möglichst frühen Stadium betreiben. Damit können viele Fälle von frühkindlicher Karies vermieden werden.

 

Quelle: teamwork, Ausgabe 06/2015, Natascha Brand

 
 
 

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